Meine Geschichte zum Roman – als Verleger

„Als mir meine Schwester 2009 erzählte, dass sie an einem Roman über die Liebe und eine Reise des Lebens schreibt, ahnte ich noch nicht, dass auch ich dadurch mit auf eine Reise gehen sollte.

Doch schon das Manuskript hatte selbst mich als „Langsam-Leser“ schnell in seinen Bann gezogen. Die Figuren beeindruckten mich beim Lesen mit  einer Fülle und Lebendigkeit, dass ich nicht überrascht gewesen wäre, wenn sie mir im realen Leben plötzlich begegnet wären.

Hinzu kam die starke Bedeutung der Musik. Ich saß oft mit Manuskript und Handy im Garten, um mir zu den Textstellen auch den erwähnten Song auf YouTube anhören zu können. Ein ganz neues Erleben der Musik stellte sich ein. Songs von Cat Stevens, die mich mein Leben lang immer wieder begleitet hatten, bekamen eine vollkommen  neue Wirkung. Es war ein Gefühl, so als ob man sich in seinem Garten immer schon an den schönen Blumen erfreut, aber plötzlich, das erste Mal auch deren  wunderbaren Duft wahrnimmt.

Somit begann ein beeindruckender Weg mit der Musik. Um die Songtexte im Buch  abdrucken zu dürfen, mussten wir ja die Genehmigung der Musiker bekommen. Eine erste Aufgabe war in diesem Zusammenhang die Musik der „Scorpions“ – die im Roman eine wichtige Bedeutung hat. Also gingen wir im Frühjahr 2010 auf das Scorpions-Konzert nach Freiburg. Nachdem ich vorher noch erfolglos versucht hatte  Backstage-Karten zu bekommen, hofften wir darauf, beim Konzert selbst die Erlaubnis zu bekommen, hinter die Bühne zu dürfen. Leider, leider, jedoch ohne Erfolg.

Daraufhin versuchte ich, über die großen Musikverlage an die Abdruckgenehmigungen zu kommen. Leider wurde auch dies wiederholt abgelehnt, was ich aus Sicht der Scorpions auch durchaus nachvollziehen konnte: Wer will schon seine Liedtexte in irgendeinem Roman den er nicht kennt, abgedruckt wissen.  Aber wenn man mit Herzblut von einem Projekt überzeugt ist, kann man sich mit Absagen nicht abfinden. Ich schrieb also einen persönlichen Brief an die Scorpions und legte die entsprechenden Textstellen aus dem Roman dazu, ohne zu wissen, ob der Brief wirklich bis zu den Scorpions selbst durchdringen würde.

Und dann – zwei Wochen später kam tatsächlich die überraschende Mail von UNIVERSAL, dass wir, nach Rücksprache mit den Scorpions,  nun doch die Abdruckgenehmigung erhalten sollten.

Ein weiterer, ganz besonderer Kontakt entstand in dieser Zeit zu Anne Clarc, über die Musikrecherche mit Jeff Aug. Trotz meiner bescheidenen Englisch Kenntnisse haben wir seitdem immer wieder Kontakt. Über ihre Hilfestellung freue ich mich ganz besonders.

Es folgten weitere Zusagen und zu jeder Zusage könnte ich eine eigene, lange Geschichte erzählen. Was aber für mich das besondere ist, sind die vielen hilfsbereiten Menschen, die mitgewirkt haben, das alles zu erreichen. Mir ist durchaus bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist. Die Lizenzgebühren für die einzelnen Songs bewegten sich in symbolischer Größenordnung, oftmals erhielten wir sie sogar geschenkt. Andererseits habe ich die Hilfe und Unterstützung auch mit gutem Gewissen annehmen können, da der Roman für mich von Anfang an mehr war, als eine aufgeschriebene Geschichte. Er hat eine besondere Kraft, die den Leser berühren und verändern kann.

So ist der Roman auch für mich als Verleger eine neue Reise des Erlebens, des Kennenlernens und des Erkennens geworden.

Ich glaube fest daran, dass diesem Roman ein stetig wachsenden Erfolg beschert sein wird. Aber noch wichtiger scheint mir der Reichtum der Erfahrung auf diesem Weg und die Möglichkeit diese Erfahrungen leben zu dürfen.

Somit wünsche ich allen eine wunderbare Reise mit diesem Roman.“

Hajo Schörle

Verlag und Marketing